Rapauke und die Komponistin

Seit vielen Jahren gibt es nun die Rapauke-Konzerte und man könnte meinen, dass es allmählich eine Routine in der Planung und den Abläufen gibt. Und tatsächlich ist das Team gut aufeinander eingespielt, geht manches schneller und reibungsloser als zu Beginn der Reihe. Vieles bleibt aber auch spannend, wie auch das letzte Konzert der Reihe wieder gezeigt hat:

Es war in vielerlei Hinsicht eine Produktion mit vielen Unbekannten, die da Mitte Januar über die Bühne ging. Wieder einmal ein neuer Ort, das Kulturhaus Alte Feuerwache in Friedrichshain. Also ist zu klären: Wie sieht die Bühne aus, worauf sitzen die Kinder, wann können die Kissen geliefert werden, wie ist die Akustik, wer macht die Technik, es gibt Catering (!), wo kann man parken usw.

Foto: Sae Esashi

Wie in jedem Konzert dieser Saison gibt es auch diesmal ein neues Stück, das wir erst kurz vor dem Konzert kennlernen können: „Rapauke klopft an die Tür“ heißt das Werk, das unsere composer in residence Mayako Kubo extra für Rapauke geschrieben hat. Anklänge an ein bekanntes Werk des diiesjährigen Jubilars Beethoven sind dabei nicht zufällig – nur ist es eben nicht das Schicksal, das diesmal anklopft:

Das besondere Highlight diesmal: Die Komponistin selbst ist mit dabei! Und das mit einem ungewöhnlichen Instrument, einem Toy-Piano. Welche Klänge gibt es da, nur zwei Oktaven Tonumfang – kann man da zumindest transponieren, wie ist das mit dem Verstärken? Dann sind auch noch die Tasten kleiner!! Und vor allem – was spielen wir in dieser Besetzung? Alles muss arrangiert werden, lediglich ein Trio von Graun kann (ohne Piano) im Original gespielt werden. Wer jemals den Bolero in einer drei-Minuten-Version und in der Besetzung kleine Trommel, große Trommel, Horn, Toy-Piano, Geige und Leersaiten-Cello spielen möchte, möge sich wegen der Noten gerne vertrauensvoll an mich wenden!

Un dann soll noch der „Typewriter“ gespielt werden. Eine Schreibmaschine wird also benötigt. Haben Sie eine Ahnung, wie schwer ein solches Teil ist??? Und auf dem Tisch rutscht es auch herum. Wer kann eine Anti-Rusch-Matte mitbringen? Und Tischtennisschläger brauchen wir auch noch. Hat jemand einen roten Teppich?

Dazu das normale Chaos: Bastelkisten packen, Requistien sortieren, zwischendurch Rapauke reparieren, Instrumente aus dem Funkhaus nach Friedrichshain transportieren, Parkplätze organisieren, Programmhefte schreiben, Notationsblätter malen und so weiter….

Nach jedem Rapauke Wochenende mit insgesamt sechs Konzerten sind alle sehr erschöpft aber auch sehr zufrieden. Soviel kommt zurück von Kindern und Eltern; der Kommentar „Mitreißend, lehrreich, unterhaltsam auch für ausgewachsene Kinder. Ich freu mich auf das nächste Konzert!“ wird sehr dankbar entgegengenommen. Und auch wenn ich am Rapauke-Sonntag abends immer in einen komaähnlichen Schlaf falle, letzten Endes bin ich ja wirklich froh über die Vielseitigkeit meines Berufs. Langweilig wird es jedenfalls nie!

Ein Beitrag von
Isabel Stegner

Ein Gedanke zu “Rapauke und die Komponistin

  1. Liebe Isabel, Ich stimme zu. Nach 6 Konzerte war ich völlig erschöpft und auch zufrieden. Es ist mir wichitg, nicht nur in meinem Komponierkammer zu bleiben, sondern auch mit den Musikern, mit den Kindern die lebendige Musik zu erleben und zu schwitzen!! MK

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s