Alles Dschungel oder was?

Rapauke fährt in den Dschungel – Klappe die zweite
(Silent Green , 16.-18. Februar 2018)

Nach mehreren Jahren schöpferischer Arbeit entschließt sich das Rapauke-Team, erfolgreich aufgeführte Rapauke-Konzepte in einer zweiten Runde wieder auferstehen zu lassen. Was erst mal etwas zurückgelehnt daherkommt, ist bei genauerem Hinsehen eigentlich eine Kreation der Vervollkommnung. Typisch für alle Rapauke – Konzertreihen nämlich ist, dass sich das Produkt in ständiger Bewegung befindet.

Ehrlich gesagt ist es ja auch genau das, was mich als Musikerin immer wieder Spaß haben lässt an diesen fröhlichen und kreativen Kinderformaten. Dass wir hochwertige Musik auf hohem Niveau darbringen, ist für unsereins ja irgendwie selbstverständlich. Aber dass wir mit Jule Greiner und Isabel Stegner auch gleichzeitig und zusätzlich während der sechs Konzerte immer an den Performance-Details feilen, macht die ganze Angelegenheit zu einem lebendigen Prozess. Das erste Konzert ist nie wie das letzte oder das zweite nicht wie das fünfte …

Natürlich sind Grundpfeiler der Konzepte stabil und tragende Säulen.
Aber in unserem Dschungelkonzert der 2. Auflage z.B. hat sich die Interaktion zwischen Sprechern und Musikern während der Konzerte sehr schön entwickelt und Ideen zur Ausschmückung des strophenreichen „Dschungelliedes“ hatten ihren Höhepunkt erst in Konzert 5 und 6 . Auch Jule Greiner machte mit ihrem Können, den verschiedenen Kindern der einzelnen Durchgänge auch verschieden zu begegnen, die Konzerte immer wieder individuell erlebbar.

Es ist übrigens in jeder Produktion auch ein Kinderdurchgang dabei, bei dem wir in der Garderobe im Nachhinein sagen: “Also die Kinder waren besonders toll. Hast du den kleinen Jungen gesehen, der so lustvoll auf seinem neu gebastelten Instrument gespielt hat? Und er hat sogar wieder aufgehört!!!“

Isabel Stegner, die organisatorische Hauptfigur der Projekte und Gesprächspartnerin von Jule Greiner auf der Bühne, gibt immer so schön contra, wenn Jule gerade etwas abheben will. In einem Dschungel- Konzert will Jule ihr z.B. gerade etwas auf „käferisch“ erzählen und Isabel versteht sie einfach nicht. Was machen sie? Sie zoffen sich – in messerscharfem Slapstick – Tempo. Sehr zur Freude der Kinder! So etwas macht immer Spaß…

IMG_5396klein1Als ich mich dann in einem entspannten Moment auf der Bühne einmal umsah, war die Farbe grün in allen Schattierungen einfach nicht zu übersehen:
Der Publikumsraum von Silent Green leuchtete in weichem smaragdgrünen Licht. Auf der großen Projektionsfläche aalte sich eine überlebensgroße quitschgrüne Mamba auf dem Ast und schaute neugierig ins Publikum. Die Musiker auf der Bühne trugen dunkelgrüne Oberteile. Blaugrüne Blümchen steckten im Haar der Musikerinnen und von den Notenpulten ringelten sich grün/gelb gestreifte Papierlianen. Die stattliche wiesengrüne Pappschlange in Form einer Eisenbahn ( eine Gabe der UdK-Kita) zierte als Deko die linke Seite der Bühne. Wenn das nicht perfektes Dschungelflair ist!
Da erschienen die bunten Kissen der Kinder auf dem Boden wie eine willkommene farbliche Abrundung des Ganzen.

2014-11_Rapauke_(c)Butzmann (60)

Foto Dominik Butzmann

Zu Anfang eines jeden unserer Konzerte hebt Isabel Stegner im Schaffnerkostüm die Trillerpfeife an den Mund und ruft: Zug Abfahrt- nächster Halt im Dschungel…..!

Na dann kann’s ja endlich losgehen… und wieder auf ein Neues!

Die Eltern sitzen ab dem dritten der sechs Konzerte um die Kinder im Halbkreis herum. So kann das junge Publikum viel besser und näher am Geschehen dran sein und die Eltern können von ihrer Position aus notfalls sachte Einfluss nehmen. Diese Stuhlaufstellung haben wir organisiert, nachdem in den ersten beiden Konzerten die Kinder zu weit gefächert auseinander saßen und das Geschehen von vorne einfach schwerer zu bündeln war. Aber so ist es schön. Das wird doch gleich beibehalten für die nächsten Konzerte.

Jule Greiner singt jetzt mit den 3-5jährigen aus dem Dschungellied die Strophe mit der Schlange:
„Die Schlange ist jetzt dran, mal sehen was sie kann…..“
Fünf Strophen hat das Lied und bei jeder neuen sprießen die musikalischen improvisatorischen Ideen der Musiker. Im letzten Konzert war es vollendet: Flatterzunge für das Grollen des Löwen, fröhliche Triller für den Kolibri, Ritardando für das Faultier, Staccato für den Affen und Glissando für die Schlange. Ich glaube es war zu merken, dass wir einen Heidenspaß dabei hatten!

Die Kinder fiebern mit. Einige von ihnen haben gerötete Wangen und Hände und Füße sind kaum ruhig zu halten.
Als Rapauke im ersten Drittel der Performance mal abhanden kam und es ein kleines Musikspektakel wurde, ihn wieder zu finden und einzusammeln, haben sich das einige Kinder gemerkt. Rapauke konnte sich im letzten Teil des Konzertes nicht mehr so einfach im Dienste der Konzertdramaturgie von der Bühne entfernen. Die Kinder haben aufgepasst und egal was Jule mit ihnen gerade anstellte, riefen sie immer wieder erhitzt ins Geschehen.: „Raupauke ist rausgegangen!! Rapauke ist wieder weg!! Ich hab ihn gesehen…., !! „

Ende gut- alles gut. Rapauke kam als Dschungelelefant zurück, Marie als Rapauke blies in einen imaginären Elefantenrüssel und schon waren alle Beteiligten bereit für den letzten Abschnitt der Reise, das Dschungelbuch. Auf der Projektionswand standen die Elefanten von Colonel Hathi in Reih‘ und Glied und King Louis ließ charmant und temperamentvoll als Zugabe grüßen. Begeisterter Applaus. Die aufgedrehten Kinder, die noch nicht gleich nach Hause gehen wollten, durften einmal mit dem Schläger auf Rapauke spielen. Die Warteschlange der Kinder war beträchtlich..

Ich beobachtete die Eltern, die sich nun in kleinen Grüppchen zusammentaten und ich war sehr erleichtert, als ich auch Papas (in meinem ganz persönlichen Empfinden die ein „bißchen Problemzone“ des Publikums) miteinander tuscheln hörte: „..Also ein Superformat!…Und dass die das so in einem kleinen Rahmen durchziehen….Also wirklich..“
Oh wie überraschend!
Dankeschön! Vielen vielen Dank. Das ist wirklich nett! Dafür gibt’s auch einen Spruch zur Beruhigung:
Ja wir ziehen durch! Und ja in so einem kleinen Rahmen! Immer auf’s Neue! Für die Kinder ! Für Ihre und unsere – und für die Musik!!

Gudrun 2

Ein Beitrag von
Gudrun Vogler

Fotos: Dominik Butzmann und
Juliane Manyak

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s