Mozart… Die Bilder werden vertont

Musik wurde zum Bild.

Wir gehen weiter.

Die Rückführung in Musik steht noch aus.

Die beiden Klassen haben wir an diesem Tag geteilt und gemischt, so dass Schüler der Kunstklasse in den Raum der Willkommensklasse gehen und umgekehrt. Für alle wird das, was wir für unsere letzte Lehreinheit geplant haben gleichermaßen neu sein. Und Grenzen öffnen wir im Projekt nicht nur zwischen den Kunstrichtungen, sondern auch zwischen den Klassenzimmern.

Die Schüler der Kunstklasse haben zum Confutatis animierte Filme erstellt. Die Ergebnisse beeindrucken uns in ihrer Stimmigkeit. Wir haben mit 13jährigen Schülern zusammengearbeitet, die zum großen Teil keine ausgeprägten Berührungspunkte mit klassischer Musik  haben. Aber Rhythmus, Linien, Akkzente etc. sind bei der Künstlerin Lara Faroqhi, den Schülern der Kunstklasse und uns Musikern ein gemeinsames Vokabular. Die Schüler der Willkommensklasse haben uns von Anfang an durch ihre Offenheit gänzlich begeistert.

Jetzt stellen wir die Klassen vor eine neue Herausforderung. Zunächst zeige ich meinem Teil der beiden Klassen ihren Film zum Confutatis aus dem Requiem von W.A.Mozart. Alle, mich eingeschlossen, sind begeistert. Aber jetzt müssen wir noch einen Schritt weitergehen um den Kreis zu schließen. Ich lasse den Film stumm laufen. Provokation. Was fehlt? Die Musik. Wir nehmen diesen puren Eindruck, der auf Grundlage des Requiems von Mozart entstand und suchen unseren eigenen Klang.

Mein Schüler bilden jetzt ein kleines Orchester mit einzelnen Klanggruppen. Ihre Instrumente sind Papier, Gläser und der eigene Körper. Wir suchen und diskutieren. Aber am Ende weisen uns die Bilder des Films den Weg zur passenden Klangfarbe. Es ist eine Möglichkeit von vielen, die entsteht. Ein persönlicher Ausdruck aus dem Moment heraus. Mozart hätte vermutlich seinen Spaß gehabt.

 

Im Raum der Willkommensklasse tut sich Ähnliches. Zunächst schauen sich die Klassen das Ergebnis aus der 1.Prozessphase an. Der Film, zusammengestellt aus Bildern der Schüler aus Syrien und Afghanistan zur Musik von W. A. Mozart ist ebenfalls eine eindrucksvolles Zeugnis vom gewonnenen Verständnisses für die Musik.

Nun werden hier mit Hilfe von Gegenständen aus dem Alltag der Schüler Klänge gesucht. Mein Kollege Steffen Tast gibt Möglichkeiten vor, die Kinder entscheiden.

Gruppenklänge, aufmerksames Zuhören, Pausen aushalten… Alles Dinge, die für uns Musiker selbstverständlich sind. Für die Jugendlichen sind sie eine ganz neue Erfahrung. Wir stellen an sie nicht den Anspruch auf Perfektion. Es ist eine Prozessarbeit. Und wir würden  ihnen allen gern etwas mit auf den Weg geben. Den Mut zu haben, zum eigenen Ausdruck zu finden.

„Das Größte was ein Künstler anstrebe, sei das Sich-selbst-Ausdrücken“ (Arnold Schönberg)

 

Ein Beitrag von Juliane Manyak

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