Mozart visuell

Es gibt Menschen, die können Musik sehen. Synästhesie nennt man das Phänomen, wenn Nerven für verschiedene Sinnerwahrnemmungen verknüpft sind und Menschen so Farben hören oder Klänge schmmecken. Doch wir „Normalhörer“ haben ebenfalls oft Bilder zur Musik im Kopf. Auch viele Dirigenten arbeiten mit Bildern, um ihre Wünsche an das Orchester deutlicher auszudrücken. „Das muss klingen wie ein LKW, der an einem Gummiband gezogen wird.“, dieser sehr anschauliche Interpretationsansatz ist mir persönlich gut in Erinnerung geblieben!

Das Verhältnis zwischen Bild und Klang hat auch viele Künstler fasziniert – eine von ihnen ist Maja Oschmann. Vor nunmehr vier Jahren hat sie zusammen mit dem Trickfilmer Thomas Stellmach Musik von Louis Spohr mit Tinte auf einmalige Weise visualisiert. Einen Auszug aus dem Film können Sie hier sehen – die Musik wird übrigens vom RSB gespielt:

Doch auch für die Umsetzung von Musik in nicht-bewegte Bilder hat Maja Oschmann ein eigenes, sehr schlüssiges Konzept entwickelt, wie wir bei einer Fortbildung im letzten Herbst erfahren durften.

Nun ist ein neues Projekt auf dem Weg: Mozart visuell
Schüler von drei Berliner Schulen setzen jeweils einen Satz des Requiems von W.A.Mozart in Bilder um. Neben Maja Oschmann ist die Berlinder Künstlerin Lara Faroqhi mit von der Partie, dazu sechs Musiker des RSB. Wozu man dafür Musik braucht? Ganz einfach, die Übersetzung von Musik in Bilder bleibt keine Einbahnstraße, vielmehr sollen die entstandenen Bilder anschließen von den Schülern zusammen mit den Musikern wieder in Musik „rückübersetzt“ werden. Diese Verfahren hatten wir schon auf unserer gemeinsamen Fortbildung mit großer Begeisterung ausprobiert.

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Jakob Eschenburg, Rudolf Döbler (beide RSB) und Lara Faroqhi

Aber am Donnerstag und Freitag steht nun erst einmal der Probenbesuch der Schüler an. Schließlich sollen sie das Werk live erleben, bevor sie ihre Interpretation zu Papier bringen – ein völlig anderer Eindruck, als wenn man das Werk nur von der CD kennenlernt. Und dann heißt es für uns Musiker wieder, uns in das Wagnis zu stürzen, uns zusammen mit Schülern in Grenzbereichen zu bewegen, der Kretivität freien Lauf zu lassen und selber viel Neues zu lernen.

Ein Beitrag von Isabel Stegner

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