Der Gnom ist „verföhnt“… Projekttagebuch 3. Teil

Seit November sind wir damit beschäftigt, den „Gnomus“ aus den „Bilder(n) einer Ausstellung“ von Mussorgsky in andere Kunstformen zu übersetzen, zu konvertieren und zu „verföhnen“.
Es gab ganz tolle Momente!

Der Probenbesuch im rbb hat dazu beigetragen, dass die Schüler uns vertraut haben und wir gaben unser Bestes, um ihnen unser kostbares Orchester-Teamwork-know how auf spielerische und musische Art und Weise nahe zu bringen.

IMG_20160112_130949Die Ergebnisse der Maler können sich sehen lassen! Unvergesslich, wie sie sich zu Anfang gefühlt haben und wie sie dann nach und nach aus sich heraus gingen und zu unbekümmertem Selbstausdruck fanden. Bravo!

 Zu Anfang war es ein bisschen wie beim Flaschendrehen anno – dennemals:

„…jetzt einmal das Fenster aufreißen und brüllen: ich bin doooof!“

Ach was…du traust dich nicht? Dann eine Pfand abgeben!

„ Das sollen wir machen? Das haben wir ja noch nie gemacht!“

…Ja eben deshalb! Heute darfst du es ….

IMG_20160112_124756Gnom – körperliches Minusgefühl – Aggression – Wildheit – das zu übersetzen in Farben, Gegensätzen , Linien oder Proportionen – war die Herausforderung! Jeder durfte seine eigene Handschrift kreieren. Und alle Kinder, die noch Zeit für einen Rahmen hatten, durften ihren eigenen Kommentar zum Thema Gnom mit einflechten.

Alle Kinder wurden abschließend interviewt und hatten die Möglichkeit, auf Details ihrer Bilder aufmerksam zu machen oder etwas zu erzählen, was im Bild keinen Platz mehr hatte. Die Probeaufnahmen sind sehr vielversprechend gelaufen.

IMG_20151221_112456Ich persönlich habe mir vorgenommen, unbedingt Tom zu fragen , wie er auf die Ideen für seinen verrückten Rahmen gekommen ist. Sein Bild heisst: Der Gnom im Hexenwald. Er hat es komplett alleine (!!) erfunden und gestaltet und als er mir es zum ersten Mal zeigte, blieb mir die Luft weg. So etwas hatte ich noch nie gesehen! Und ich versichere Ihnen – Sie auch nicht!

Es erzählt von einer kindlichen Freiheit, etwas zu machen oder zu wagen, was kein Erwachsener mehr tun würde! Sehen Sie selbst! Sie werden es sofort erkennen.

Und natürlich hat er, um die story rund zu machen, bei den Interview-Aufwärmübungen auf die Frage, wie er auf die Ideen gekommen ist, spontan reagiert wie die „ganz Großen“ (schmunzel):
“….weiss ich nicht! Ich hab’ s einfach gemacht…“

IMG_20151221_112924Vielleicht rufe ich „Centre Pompidou“ in PARIS an? Und schicke ein Foto? Dann können sie in ihrer postmodernen Galerie gleich eine Schülerabteilung einrichten und Berlin lässt grüßen! Ob nun Toms Hexenwald, Maltes Wikinger oder Davids Pieckse-Bild, sie alle wären vielleicht die ersten Künstler…..aber meine Gedanken heben ab..

Erstmal der 25. Februar und dann vielleicht noch der 7. März? Ein nächstes Mal?

IMG_20160112_130759P.S.
Um den Bogen zur Orchesterprobe wieder zu schließen, möchte ich noch erzählen, dass bezeichnenderweise mein berühmter Nachbar mich mit seiner Gnom-Version besonders erfreute. Gerade mit der beschriebenen Kritzelleichtigkeit griff er zu 13 zarten blauen Wölkchen, die er seinem Wikinger-Gnom zur Seite stellte. Auf meine Interviewfrage, was denn die Wölkchen da zum grimmigen Gnom sollen, antwortete er selbstbewusst:…na ja… …das ist ein Symbol dafür, dass er gerne frei wäre und dafür auch kämpfen würde!“

Bingo!

Gudrun 2Ein Beitrag von Gudrun Vogler

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