Unsere Töne tragen Säulen…

Was ist denn das Innere der Musik?

 

Wir gucken in die Musik. Wo ist ihr Geheimnis?

Besteht sie aus Organen, die sie lebendig macht? Was klingt harmonisch, was fühlt sich unbequem an? Strebt nach Auflösung?
Das sind sehr schwere Fragen an Schüler einer 5. Klasse.
Aber da es keine falschen Antworten gibt, bleiben wir entspannt und werden neugierig. Die Katakomben sind voller rätselhafter Akkorde. Sie stehen tatsächlich wie Säulen nebeneinander. Es gibt glasklare Akkorde wie reines G-Dur oder h-Moll. Aber eben auch viele Klänge, die Rätsel aufgeben. Nicht so leicht zu hören sind. Da kann in Nachbarschaft von g-Moll und d-Moll selbst ein A-Dur irgendwie traurig klingen. Alles ist verzaubert und eingefärbt.Die Schüler gehen jedenfalls begeistert und staunend mit, als ich sie hineinwerfe. In das ihnen unbekannte Gebiet.
Nicht ohne es vorher selber erkundet und durchleuchtet zu haben. Ich bin KEIN Pianist und war dem Instrument auch nie sehr nah. Aber es reicht nicht, über Musik zu reden. Also musiziere ich. Am Klavier. Die Katakomben.

 

 

Aber die weiterführende Frage ist, wie klingt es denn nun? Welche Farben geben wir den Akkorden? Immerhin ist „Bild“ Teil der Arbeit.
Wir nehmen es erstmal so an. Das ist neu und aufregend! G-Dur ist orange! Großartig. Da lässt sich was daraus machen.

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Synästhesie – Farbkreis nach Skrjabin

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Nur eine Idee… Vielleicht sieht die Musik für die Schüler ganz anders aus…

Ich spiele das Stück noch einmal. Die Kinder haben sich, soweit wir es entschlüsseln konnten die Tonarten der Akkorde über den jeweiligen Takt geschrieben. Die bevorzugte Farbe ist dann auch schnell gefunden. Aber jetzt gibt es ja noch soviel mehr, was unsere Akkord-Säule ausmacht. Wie stark oder zart ist sie? Ist sie hoch, das heißt, bekommt sie ein Lichtstrahl ab? Ist sie instabil, strebt zum nächsten Takt? All das soll einfliessen in ein Bild. Jeder Schüler bekommt seinen Akkord. Zu Weihnachten von mir geschenkt. Und ich bekomme dann ein Bild davon zurück.

Dann haben wir unsere abstrakte Partitur. Und die ist dann schon mal ein Teil „unserer“ Katakomben…
Wir steigen weiter hinab. Ins Reich der Töne und deren Geheimnisse.

 

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Ein Beitrag von Juliane Manyak

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