Mussorgsky neu verföhnt

Viel war los am vergangenen Donnerstag im Haus des Rundfunks. Schon vor neun Uhr belagerten neugierige Schüler die Garderoben und konnten einen ersten Blick auf die Bilder der ganz besonderen Ausstellung werfen, die von uns für sie aufgebaut worden war. Denn genau darum geht es für sie in den nächsten Wochen: Die „Bilder einer Ausstellung“, nicht nur, aber auch von Modest Mussorgsky. Und genau dieses Stück wurde dann ab 10 Uhr im Sendesaal geprobt und die Schüler des insgesamt acht Schulklassen durften dabei eine halbe Stunde lang Mäuschen spielen. Mit dabei waren die Uhlenhorst-Grundschule, die Birger-Forell-Grundschule, die Mary-Poppins-Schule, das Andreas-Gymnasium,die Schule an der Victoriastadt, die Grundschule an der Marie, die Reinhardswald-Grundschule und die Berthold-Otto-Schule.

Aber noch einmal zurück. Was haben Bilder und Musik miteinander zu tun? Wie im Projekt „Mit Pinsel und Bogen“ suchen wir mit den Schülern nach Verbindungen und Berührungspunkten aller Art zwischen Kunst und Musik, Pinselstrichen und Tönen.
Mussorgskys bekanntes Werk stellt einen Rundgang durch eine Ausstellung mit Bildern von Viktor Hartmann musikalisch dar. Die Schüler durften am Donnerstag schon einmal Ähnliches live erleben. Rund um den Sendesaal waren für dsie vier Stationen aufgebaut, an denen die Musiker des RSB Bilder zum Klingen brachten:

Gudrun Vogler und Karin Kynast vor „Rosa Schapire” von Walter Gramatté

Gudrun Vogler und Karin Kynast vor „Rosa Schapire” von Walter Gramatté

Juliane Manyak und Steffen Tast vor „De la planète à l’étoile“ von Louis Soutter

Juliane Manyak und Steffen Tast vor „De la planète à l’étoile“ von Louis Soutter

Rudolf Döbler und Franziska Dallmann vor "Hüte tragen" von Friedensreich Hundertwasser

Rudolf Döbler und Franziska Dallmann vor „Hüte tragen“ von Friedensreich Hundertwasser

Anne-Kathrin Weiche und Isabel Stegner vor dem "Siebenschläfer" von Theodor Alt

Anne-Kathrin Weiche und Isabel Stegner vor dem „Siebenschläfer“ von Theodor Alt

Tatsächlich völlig unterschiedlich war das, was die Schüler an den Stationen hören und sehen konnten: Das wilde Werk „De la planète à l’étoile“ von Louis Soutter wurde durch ein Duo von Prokoffiev ergänzt. Die sltsame Stimmung der „Rosa Schapire” von Walter Gramatté versuchten Oboe und Geige musikalisch widerzuspiegeln während „Hüte tragen“ von Friedensreich Hundertwasser gleich akustisch und optisch von zwei Flöten interpretiert wurde. Beim „Siebenschläfer“ von Theodor Alt durften die Schüler schließlich bei einer kleinen, musikalisch untermalten Meditationsübung selbst zu Ruhe kommen.

Die Trompete (Simone Gruppe) im Verborgenen...

Die Trompete (Simone Gruppe) im Verborgenen…

Und immer wieder rief die Trompete und fordert mit Mussorgskys Promenade zur Fortsetzung des Bilderspaziergangs auf.

Danach gingen alle gemeinsamin den Saal, um der Probe unter Marek Janowski zu lauschen. Der Live-Klang des großen Orchesters faszinierte alle. Die Tuba wurde bewundert, gesucht, wo dieser besondere Klang der Celesta eigentlich her kam. Nicht nur die Schüler, auch die Musiker waren am Ende wieder einmal erfüllt nach einer besonderen musikalischen Begegnung.
Und nun folgt der spannende Teil des Projekts: jeder der Musiker entwickelt mit „seiner“ Klasse kreative Assoziationen zu einem Bild. Wieder einmal werden völlig unterschiedliche Ergebnisse am Ende des Prozesses stehen, den wir auch hier auf diesem Blog begleiten wollen.
Also bis bald!

Ein Beitrag von Isabel Stegner
Fotos © Kai Bienert

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