Wie grafische Zeichen zu Klängen werden

Viertel, Achtel, Halbe, ein hohes C im piano gespielt. Saubere Töne im Adagio. Viele Musiker lieben Noten, vor allem in der Klassik, geben sie doch Halt und Orientierung und geben eine wiederholbare Richtung vor. Für viele Menschen bleiben Noten jedoch kryptisch, kleine schwarze Punkte auf Linien. Was geschieht aber nun, wenn diese musikalische Schriftsprache durch eine andere ersetzt wird? Wenn diese jahrhundertealten Zeichen plötzlich dicke und dünne Balken sind, sich bewegen und vielmehr wie ein Kunstwerk aussehen, als eine Partitur? Wenn der Musiker nicht abspielt, sondern selbst eine Vorstellung davon entwickeln muss, wie diese neuen Zeichen klingen sollen? Muss man dann sein Instrument dann noch „traditionell“ spielen, oder bedeutet die neue Schrift auch neue, schräge Klänge? Kann dabei Musik entstehen und ist sie dann nicht viel freier und phantasievoller als traditionelle Werke? Entstehen dabei nicht neue Werke an der Grenze unserer Hörgewohnheiten, die aber, so anders sie auch klingen, auch berühren können und eine ganz eigene musikalische Geschichte erzählen?

Mit genau diesen Fragen durfte sich die Klasse 722 der Sophie Scholl Schule unter der Leitung von Rudolf Döbler (RSB) aktiv auseinandersetzen. Die Schüler probierten Klänge aus, lernten die wenigen festgelegten Parameter des Stückes „December 1952“ kennen und versuchten eine gemeinsame Erarbeitung des Stückes ganz ohne Dirigenten. Konzentration und Spannung erfordert dieses Werk und vor allem ein sehr genaues aufeinander Hören der erzählenden Musiker. Passt mein Klang in das Bild, das wir zeigen wollen, oder stört er? Wie viel und wie oft darf ich spielen und wie wichtig ist dabei die Partitur? Entstanden sind dabei zwei Klangreisen in die Welt von „December 1952“.

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