Musik nach Bildern

Nein, es geht diesmal nicht um das große Tor von Kiew, nicht um die „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky, die wohl berühmteste Komposition, wenn man an Berührungpunkte von Kunst und Musik denkt. Auch wenn zu Beginn die „Promenade“ daraus erklingt – die übrigens nur ein kleiner Teil der Schüler kennt; Die Lehrpläne scheinen sich seit meiner Schulzeit geändert zu haben…

2015-04-28 09.34.14Etwa 160 Schüler mit ihren Lehren und 10 Musiker trafen sich am Dienstag zum „Kick-Off“ des Projekts „Mit Pinsel und Bogen“ in der Aula der Sophie-Scholl-Schule. Um Berührungspunkte soll es gehen zwischen Bildern und Klängen, Kunst und Musik. Und auch bei diesem Projekt hat sich wieder jeder Musiker seinen individuellen Zugang zum Thema gesucht. Während die Trompeterin Simone Gruppe sich zusammen mit dem Physiklehrer mit physikalischen Aspekten des Themas beschäftigen und Töne sichtbar machen will, wird der Geiger Enrico Palascino versuchen, ein alternatives, mehr künstlerisches Notationssystem für Musik zu entwickeln.

brown_decemberÜberhaupt hat das Thema der alternativen Notation gerade im 20. Jahrhundert viele Künstler und Musiker beschäftigt und schließlich zu Mischformen wie der grafischen Notation und den musikalischen Grafiken geführt. Das Stück links, „December 1952“ von Earle Brown ist ein solches Werk, wo schon die Notation an sich ein Kunstwerk darstellt und wo die Umsetzung in Musik den Künstlern viel Freiheit lässt aber dadurch auch viel eigene Kreativität fordert. Auch hiermit wird sich eine der Musikklassen beschäftigen, zusammen mit dem Flötisten Rudolf Döbler.

Aber wie macht man erst einmal Lust auf das Thema? „Wie sah der Himmel heute morgen aus?“, fragt der RSB-Dramturg Steffen Georgi die Schüler? „Grau!“ „Und welche Musik würdet Ihr Euch dazu vorstellen?“ „Ruhige Musik, eher getragen“, – und schon sind wir mitten im Thema. Was stelle ich mir zu einem Bild für eine Musik vor? Das ist oft ähnlich und kann doch auch so verschieden sein. Die Musiker machen mit den Schülern die Probe aufs Exempel. Ein Bild, gemalt von dem Schweizer Louis Soutter (der übrigens auch Geiger war), lässt viele Interpretationen zu. Verfolgen sich die Figuren, ist ihnen das Entsetzen ins gesicht geschrieben? Handelt es sich um eine gespenstische, surrealae Szene? Oder tanzen die Figuren einfach nur wild und ausgelassen?

De la planäte Ö l'Çtoile (Vom Planeten zum Stern)Welche Musik passt also? Schostakowisch?

Ginastera?

Oder doch eher ein Song von Adele?

Eine Auflösung der Frage gibt es nicht, denn in der Kunst gibt es kein „Richtig“ oder „Falsch“. Über Geschmack kann man eben nicht streiten, nur seine Meinungen austauschen.
Adele passt nicht wirklich, finden die Schüler. Die einen stimmen für Schostakowitsch, die anderen finden Ginastera passender. Interessiert sind sie alle.
Es wird ein spannendes Projekt werden!

Ein Beitrag von Isabel Stegner

 

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