Verrat, Inzest, Betrug und Mord!

„Obwohl es so lang war, war es eigentlich gar nicht langweilig!“ Aus dem Mund eines 14-Jährigen, der gerade den kompletten Ring gesehen und gehört hat, ist dies ein wirklich großes Kompliment! Zugegeben, in der Fassung, die das RSB auf die Bühne gebracht hat, war der Stoff von vierzehn auf knapp drei Stunden eingedampft. 100 Minuten Musik, die „greatest hits“ sozusagen, und dazu erklärende Worte von Frau – hier: Herrn – Luna, der das Ganze mit dem ihm eigenen Abstand und ein wenig Ironie beobachtet. Sparsame, klare Kostüme, die helfen, darüber hinwegzusehen, dass die meisten Sänger mehrere Rollen verkörpern, wenige Requisiten, Licht- und Farbregie, einige Bilder. Und es funktioniert!

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin: Familienkonzert "Der Ring des Niebelungen" von Richard Wagner im Atze Musiktheater am 05.04.2014

Herr Luna

Konzentriert lassen sich die Zuhörer in den Bann der Musik ziehen, verfolgen das Götterdrama bis zu seinem bitteren Ende. Das Monströse der Geschichte – Verrat, Inzest, Betrug und Morde ohne Ende, auch an den eigenen Kindern – wirkt in der eingedampften Form bisweilen schon beinahe absurd. Dem Sog der Musik jedoch entkommt keiner!
Beinahe mehr Erwachsene als Kinder sind der Einladung ins Atze-Musiktheater gefolgt – und sind mindestens ebenso begeistert wie die jungen Zuhörer. „Endlich habe ich die Handlung einmal verstanden!“, diese erfreute Aussage war nach dem Konzert mehr als einmal zu hören. Ein gelungener Wagner für Einsteiger und Fortgeschrittene also. Vielleicht darf es dann demnächst doch einmal eine ganze Oper sein? Eher nicht, meint der 14-Jährige, es reicht erst mal. Aber schön war es schon!

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin: Familienkonzert "Der Ring des Niebelungen" von Richard Wagner im Atze Musiktheater am 05.04.2014

Fasolt und Fafner wollen ihr Geld

Die Vorstellungen waren ausverkauft, aber schon am 5. und 6. Oktober gibt es wieder die Chance zusammen mit dem RSB einzutauchen in die sagenhafte Welt von Göttern, Drachen, Riesen und dem unheilbringendem Rheingold.

Fotos: Kai Bienert
Ein Beitrag von Isabel Stegner

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s