Ein Horn als Haarreif

Das erste Konzert – unser „Testballon“ – zum Projekt „Kunst und Spiele“ ist vorüber. Eigentlich planen wir ja erst für die Spielzeit 2014/15 eine Konzertreihe für Kinder von 3 bis 5 Jahren.

Weil wir uns aber hier auf „Neuland“ bewegen, wollten wir doch mal testen: Gehen unsere Überlegungen inhaltlich in die richtige Richtung? Funktioniert der Veranstaltungsort? Kommen die Musiker mit dieser neuen Konzertsituation zurecht?

In Anbetracht dessen, dass eine Spielzeit eigentlich spätestens ein halbes Jahr vor Beginn in der Planung abgeschlossen ist, mußten wir alle Kräfte in Bewegung setzen, um kurzfristig unser Pilotkonzert am 1. Dezember zu planen.

Das KinderKünsteZentrum Berlin war Veranstaltungsort und Partner zugleich. Ein wunderbarer Ort, eigentlich ein ehemaliger Bibliothekssaal aus den 1920er Jahren.

Für das Konzert unter dem Titel „Mit Rapauke und Trompete“ hatten wir uns das Thema Musik und Bewegung herausgesucht. Die 3 Blechbläser Simone Gruppe, Anne Mentzen und Hannes Hölzl machten Vorschläge für die Musikstücke. Jule Greiner und Anne-Christine Cettou vom Bereich Elementare Musikerziehung der UdK Berlin erarbeiteten zusammen mit Isabel Stegner die Mitmachaktionen und die Dramaturgie. Im „Kita-Kompetenzteam“ unserer RSB-Musiker wurde alles besprochen.

Nach so intensiver Planung waren wir besonders gespannt auf die Generalprobe und die beiden Konzerte. Am 26. 11. fand nämlich schon ein Konzert für unsere Partnerkita Bornsdorfer Strasse statt. Diese Kinder wurden wochenlang von Jule und Anne-Christine vorbereitet – und das merkte man im Konzert: 53 Neuköllner Kinder im Alter von 3 bis 5 lauschten gebannt und machten gut mit. Natürlich gab es hin und wieder Zwischenfragen der Kinder, aber im Großen und Ganzen ging unser Konzept sehr gut auf. Alle waren ganz glücklich!

Ich selbst war als Assistent im Hintergrund dabei und hatte genügend Zeit die Kinder zu beobachten – eine Wonne! An einer Stelle mußte ich mich auf die Empore schleichen und heimlich einen Gartenschlauch herunterlassen, und mit Hilfe eines Plastikmundstücks wie auf einer Trompete spielen: Da war ich aber aufgeregt, ob da ein Ton rauskommt – ich bin doch eigentlich Flötist! Aber es klappte!

Am 1.12. war dann die Herausforderung, unvorbereitete Kinder vor uns zu haben. Denn dieses Konzert war im freien Verkauf (und erfreulicherweise in kurzer Zeit ausverkauft).  Wichtig bei so einem Konzert ist das Timing. Die einzelnen Phasen dürfen nicht zu lang sein (Hören – Mitmachen – Tanzen – Basteln). Isabel als Moderatorin hat in diesem Konzert nochmal so manchen Übergang verkürzt und mein Eindruck war: Das Timing war perfekt!

Gerade als ich dachte „nun wird es aber doch etwas lang“, kam die Bastelphase. Alle Kinder durften sich aus Gartenschlauch, Küchentrichter und Ohrentrichter ein Horn basteln und beim Abschlussmarsch mitspielen. Ein Mädchen fand es da schicker, das Horn als Haarreif zu benutzen und lieber zu tanzen!

Ich freue mich, dass es uns schon jetzt gelungen ist, ein Konzertformat auf die Beine zu stellen, das unsere jüngsten Zuhörer begeistert. Aber ich freue mich auch auf das kommenden halbe Jahr: Es gibt einerseits die Möglichkeit, dieses Konzert in Ruhe auszuwerten, andererseits aber auch die Zeit, zu experimentieren und Musik mit und für Kinder nochmal ganz neu zu denken – ich bin gespannt!

Ein Beitrag von Rudolf Döbler

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